Die Iden­ti­fi­zie­rung von Pfer­den

Als Fol­ge des Pfer­de­fleisch­skan­dals hat die EU auf Vor­schlag der Kom­mis­si­on die Vor­schrif­ten über die Iden­ti­fi­zie­rung von Pfer­den über­ar­bei­tet.

Die Iden­ti­fi­zie­rung von Pfer­den

Laut Euro­päi­scher Kom­mis­si­on wird die über­ar­bei­te­te Ver­ord­nung zum 1. Janu­ar 2016 in Kraft tre­ten. Die Iden­ti­fi­zie­rung von Pfer­den wird mit der Ver­ord­nung (EG) Nr. 504/​2008 vom 6. Juni 2008 gere­gelt; die­se Ver­ord­nung stützt sich auf Rechts­vor­schrif­ten über Tier­ge­sund­heit und Tier­zucht, wonach Mit­glied­staa­ten unter ihrer Auf­sicht mehr als eine Pass­stel­le zulas­sen dür­fen.

Die Schlach­tung von Pfer­den für den mensch­li­chen Ver­zehr nach einer Behand­lung mit Arz­nei­mit­teln ist in der EU in Tier­arz­nei­mit­tel­vor­schrif­ten gere­gelt. Pfer­de, die mit Phe­nyl­bu­ta­zon oder ande­ren Arz­nei­mit­teln behan­delt wur­den, wel­che nicht für der Lebens­mit­tel­ge­win­nung die­nen­de Tie­re zuge­las­sen sind, dür­fen nicht in die Lebens­mit­tel­ket­te gelan­gen. Wenn ein Pferd mit einem Arz­nei­mit­tel behan­delt wur­de, das spe­zi­ell für die Ver­wen­dung bei Pfer­den auf­ge­führ­te Stof­fe ent­hält, muss eine War­te­zeit von sechs Mona­ten ein­ge­hal­ten wer­den, bevor die­ses Pferd für den mensch­li­chen Ver­zehr geschlach­tet wer­den darf. Die über­ar­bei­te­te Ver­ord­nung sieht ein ver­läss­li­che­res und siche­re­res euro­päi­sches Sys­tem für die Regis­trie­rung und Iden­ti­fi­zie­rung von Pfer­den in der EU vor. Ein grund­le­gen­des Ziel besteht dar­in, zu ver­hin­dern, dass Pfer­de, die nicht in die Lebens­mit­tel­ket­te gelan­gen dür­fen, irr­tüm­lich oder in betrü­ge­ri­scher Absicht für den mensch­li­chen Ver­zehr geschlach­tet wer­den.

Nach den neu­en Vor­schrif­ten muss für Foh­len vor dem Ende ihres ers­ten Lebens­jah­res ein Pass mit einer ein­ma­li­gen Kenn­num­mer aus­ge­stellt wer­den. Der Pass dient auch als Kran­ken­ak­te und wird das Pferd lebens­lang beglei­ten. Alle nach dem 1. Juli 2009 gebo­re­nen Pfer­de müs­sen mit einem Mikro­chip aus­ge­stat­tet wer­den. Mit tech­ni­schen Sicher­heits­merk­ma­len soll außer­dem die Fäl­schungs­si­cher­heit der Päs­se erhöht wer­den.

Alle Mit­glied­staa­ten müs­sen eine zen­tra­le Daten­bank ein­rich­ten, damit die zustän­di­gen Behör­den die Aus­stel­lung von Päs­sen durch die ver­schie­de­nen dazu befug­ten Stel­len bes­ser kon­trol­lie­ren kön­nen. Zudem wer­den für die Pfer­de­hal­ter die Ver­fah­ren zur Aktua­li­sie­rung der Kenn­da­ten in den Päs­sen und in der Daten­bank der Pass­stel­len erheb­lich ver­ein­facht. Auch wenn die Ver­ord­nung ab Janu­ar 2016 gilt, haben Mit­glied­staa­ten ohne zen­tra­le Daten­bank jedoch bis zum 1. Juli 2016 Zeit, eine sol­che ein­zu­rich­ten.

Euopäi­sche Kom­mis­si­on, Mit­tei­lung vom 11. Sep­tem­ber 2014