Anti-BSE-Beschei­ni­gung als zuge­si­cher­te Eigen­schaft

Wird Rind­fleisch mit den Bedin­gun­gen “Anti-BSE-Beschei­ni­gung muss bei­gefügt sein” und “Erstat­tungs­kür­zun­gen auf­grund nicht ord­nungs­ge­mäß gelie­fer­ter Waren gehen aus­schließ­lich zu Las­ten des Ver­käu­fers” ver­kauft, so han­delt es sich um eine zuge­si­cher­te Eigen­schaft im Sin­ne von § 463 BGB a. F. .

Anti-BSE-Beschei­ni­gung als zuge­si­cher­te Eigen­schaft

Die­se Ver­ein­ba­rung berech­tigt zum Scha­dens­er­satz, wenn das Zoll­amt Aus­fuhr­er­stat­tun­gen wegen Män­gel der BSE-Unter­su­chun­gen ver­wei­gert. Dem gekauf­ten Rind­fleisch fehlt in die­sem Fall eine zuge­si­cher­te Eigen­schaft, näm­lich die, dass es ver­kehrsfä­hig, d. h. von gesun­der und han­dels­üb­li­cher Qua­li­tät ist. Mit der Ver­kehrsfä­hig­keit des Flei­sches geht des­sen Aus­fuhr­er­stat­tungs­fä­hig­keit ein­her.

Die 6‑monatige Ver­jäh­rungs­frist des § 477 BGB a. F. beginnt in die­sem Fall nicht mit der Lie­fe­rung der Ware, son­dern erst mit der Man­gel­fest­stel­lung durch Ver­wei­ge­rung der Aus­fuhr­er­stat­tung.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 31. Juli 2012 – 5 U 148/​11

Anti-BSE-Bescheinigung als zugesicherte Eigenschaft