Auseinandersetzung einer bäuerlichen Erbengemeinschaft – und die Betriebsaufgabe

Ein landwirtschaftlicher (Eigentums-)Betrieb wird mit der Übertragung sämtlicher landwirtschaftlicher Nutzflächen an Dritte aufgegeben[1].

Auseinandersetzung einer bäuerlichen Erbengemeinschaft – und die Betriebsaufgabe

Dies gilt auch dann, wenn das land- und forstwirtschaftliche Betriebsvermögen des Erblassers nach seinem Tod auf seine (nicht mitunternehmerisch verbundenen) Erben aufgeteilt wird[2].

Im hier vom Bundesfinanzhof entschiedenen Streitfall wurde der landwirtschaftliche Betrieb im Zuge der Erbauseinandersetzung indessen nicht zerschlagen, sondern im Ganzen gemäß § 7 Abs. 1 EStDV a.F., nunmehr § 6 Abs. 3 EStG, auf einen Erben übertragen[3]. Die weiteren Flurstücke, die die anderen Erben bei der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft erhielten, gehörten zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr zum land- und forstwirtschaftlichen Betriebsvermögen, da Erblasser sie schon in den 1970er Jahren aus seinem Betrieb entnommen hatte.

 

Bundesfinanzhof, Urteil vom 31. März 2021 – VI R 30/18

  1. BFH, Urteil vom 16.12.2009 – IV R 7/07, BFHE 228, 59, BStBl II 2010, 431; BFH, Urteile vom 16.11.2017 – VI R 63/15, BFHE 260, 138, Rz 13; und vom 17.05.2018 – VI R 66/15, BFHE 262, 33, Rz 22[]
  2. BFH, Urteile vom 26.09.2013 – IV R 16/10, Rz 22; und vom 14.07.2016 – IV R 19/13, Rz 21[]
  3. s. dazu BFH, Urteil vom 17.05.2018 – VI R 73/15, Rz 40[]