Vorläufige Besitzeinweisung — und der Streitwert

Die Stre­itwert­fest­set­zung richtet sich nach dem Inter­esse an der vor­läu­fi­gen Maß­nahme der Besitzein­weisung. Auch in diesem Fall ist der Wert entsprechend der ständi­gen Recht­sprechung des Bun­des­gericht­shofs nach § 3 ZPO mit 20 % des Werts der betrof­fe­nen Grund­stücks­fläche zu bemessen1.

Vorläufige Besitzeinweisung — und der Streitwert

Eine Berück­sich­ti­gung von wirtschaftlichen Inter­essen, die über den unmit­tel­bar in den Blick zu nehmenden Stre­it­ge­gen­stand hin­aus­ge­hen, kommt nicht in Betra­cht.

Im Falle der Enteig­nung der Teil­fläche wäre der Wert nach der Recht­sprechung des Bun­des­gericht­shofs mit dem vollen Grund­stück­swert, nicht aber danach zu bemessen, welch­er wirtschaftliche Wert sich unter Berück­sich­ti­gung von Son­der­in­ter­essen eines Beteiligten (wie Arrondierung eines größeren Grund­stück­skom­plex­es, verbesserte Straßen­führung etc.) ergibt2.

Da es sich bei der einst­weili­gen vor­läu­fi­gen Besitzein­weisung um ein geringer zu bew­er­tendes Inter­esse als bei der Enteig­nung der Fläche han­delt, ist insoweit die Stre­itwert­fest­set­zung mit höch­stens 20 % des Grund­stück­swertes angemessen.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 27. Novem­ber 2014 — III ZR 93/14

  1. vgl. BGH, Urteile vom 27.09.1973 — III ZR 131/71, BGHZ 61, 240, 251 f; vom 26.02.1976 — III ZR 164/73, WM 1976, 669, 672; vom 02.02.1978 — III ZR 29/76, WM 1978, 518; siehe auch Beschluss vom 27.11.2014 — III ZR 92/14 []
  2. vgl. BGH, Urteil vom 01.07.1968 — III ZR 88/67, BGHZ 50, 291, 295 f []