Vor­läu­fi­ge Besitz­ein­wei­sung – und der Streit­wert

Die Streit­wert­fest­set­zung rich­tet sich nach dem Inter­es­se an der vor­läu­fi­gen Maß­nah­me der Besitz­ein­wei­sung. Auch in die­sem Fall ist der Wert ent­spre­chend der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nach § 3 ZPO mit 20 % des Werts der betrof­fe­nen Grund­stücks­flä­che zu bemes­sen [1].

Vor­läu­fi­ge Besitz­ein­wei­sung – und der Streit­wert

Eine Berück­sich­ti­gung von wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen, die über den unmit­tel­bar in den Blick zu neh­men­den Streit­ge­gen­stand hin­aus­ge­hen, kommt nicht in Betracht.

Im Fal­le der Ent­eig­nung der Teil­flä­che wäre der Wert nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs mit dem vol­len Grund­stücks­wert, nicht aber danach zu bemes­sen, wel­cher wirt­schaft­li­che Wert sich unter Berück­sich­ti­gung von Son­der­in­ter­es­sen eines Betei­lig­ten (wie Arron­die­rung eines grö­ße­ren Grund­stücks­kom­ple­xes, ver­bes­ser­te Stra­ßen­füh­rung etc.) ergibt [2].

Da es sich bei der einst­wei­li­gen vor­läu­fi­gen Besitz­ein­wei­sung um ein gerin­ger zu bewer­ten­des Inter­es­se als bei der Ent­eig­nung der Flä­che han­delt, ist inso­weit die Streit­wert­fest­set­zung mit höchs­tens 20 % des Grund­stücks­wer­tes ange­mes­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Novem­ber 2014 – III ZR 93/​14

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 27.09.1973 – III ZR 131/​71, BGHZ 61, 240, 251 f; vom 26.02.1976 – III ZR 164/​73, WM 1976, 669, 672; vom 02.02.1978 – III ZR 29/​76, WM 1978, 518; sie­he auch Beschluss vom 27.11.2014 – III ZR 92/​14[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 01.07.1968 – III ZR 88/​67, BGHZ 50, 291, 295 f[]