Unge­sun­de Ver­tei­lung der Boden­nut­zung – und das Bean­stan­dungs­ver­fah­ren bei Landpacht

Das Land­wirt­schafts­ge­richt hat in den Bean­stan­dungs­ver­fah­ren nach §§ 7, 8 LPachtVG den zu einer unge­sun­den Ver­tei­lung der Boden­nut­zung füh­ren­den Land­pacht­ver­trag nach § 8 Abs. 1 Satz 1 LPachtVG auch dann auf­zu­he­ben, wenn der Ver­trag sei­ner Ansicht nach nicht wirk­sam zustan­de gekom­men oder nich­tig ist.

Unge­sun­de Ver­tei­lung der Boden­nut­zung – und das Bean­stan­dungs­ver­fah­ren bei Landpacht

Das Land­wirt­schafts­ge­richt ist inso­weit berech­tigt, die Begrün­dung der Bean­stan­dung der Behör­de durch eine eige­ne zu ersetzen.

Eine von der Ent­schei­dung der Behör­de abwei­chen­de Begrün­dung der gericht­li­chen Ent­schei­dung ist zuläs­sig, weil das Land­wirt­schafts­ge­richt in dem Ver­fah­ren über die Auf­he­bung des Land­pacht­ver­trags nach § 8 LPachtVG nicht an die tat­säch­li­che und recht­li­che Beur­tei­lung des Sach­ver­halts durch die für die Kon­trol­le von Land­pacht­ver­trä­gen zustän­di­ge Behör­de gebun­den ist. Das Land­wirt­schafts­ge­richt kann einen Land­pacht­ver­trag aus einem Grun­de bean­stan­den, den die zustän­di­ge Behör­de nicht berück­sich­tigt hat [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. April 2016 – BLw 2/​15

  1. BT-Drs. 10/​508, S. 11; Höt­zel in Faßbender/​Hötzel/​Lukanow, Land­pacht­recht, 3. Aufl., § 8 Rn. 13; Lan­ge/­Wul­f­f/Lüd­tke-Hand­je­ry, Land­pacht­recht, 4. Aufl., § 8 LPachtVG Rn. 6[]