Schweinestall (neu) ./. Hotel (alt) = Landleben (heute)

Schweineställe und Hüh­n­er­ställe und die von ihnen aus­ge­hende Geruchs­beläs­ti­gung sind Leg­ende. Aber nicht immer zieht der Stall mit seinem ein­schlägi­gen Geruch den Kürz­eren, etwa dann nicht, wenn der Schwei­negeruch auf dem Lande ortüblich ist.

Schweinestall (neu) ./. Hotel (alt) = Landleben (heute)

So hat jet­zt etwa das Ver­wal­tungs­gericht Han­nover den Eilantrag eines Hotelbe­sitzers gegen die Bau­genehmi­gung für einen Schweinestall in Old­en­dorf (Salzhem­men­dorf) abgelehnt. Die Antrag­steller, die im Dor­fk­ern von Old­en­dorf ein Hotel und Cafe betreiben, wen­den sich gegen die vom Land­kreis Hameln-Pyr­mont erteilte Bau­genehmi­gung für den Ein­bau eines Schwe­in­stalls mit 190 Mast­plätzen in eine vorhan­dene Sche­une, die in ein­er Ent­fer­nung von ca. 40 Metern zu ihrem Grund­stück eben­falls am Kirch­weg liegt. Weit­ere ca. 360 Mast­plätze sind bere­its im Bestand vorhan­den. Die Antrag­steller wen­den sich im Wesentlichen gegen die ihrer Ansicht nach unzu­mut­baren Geruch­sim­mis­sio­nen.

In sein­er Entschei­dung kommt das Ver­wal­tungs­gericht unter Würdi­gung eines im Genehmi­gungsver­fahren vorgelegten Immis­sion­sgutacht­ens zu dem Ergeb­nis, dass die von dem Schweinestall aus­ge­hen­den Emis­sio­nen hinzunehmen seien, weil diese zu deut­lich gerin­geren Belas­tun­gen führen, als sie Bewohn­er in einem Dor­fge­bi­et hinzunehmen hät­ten. Unzu­mut­bare Schal­lim­mis­sio­nen seien eben­falls nicht zu befürcht­en, ohne dass es zur Beurteilung der Vor­lage eines Schallgutacht­ens bedurft hätte.

Ver­wal­tungs­gericht Han­nover, Beschluss vom 6. Jan­u­ar 2011 – 12 B 5343/10