Investitionsförderung junger Landwirte in Niedersachsen

Mit dem Agrar­in­vesti­tions­förderung­spro­gramm kön­nen in Nieder­sach­sen Jung­land­wirte einen beson­deren Bonus bekom­men und auch Neue­in­steiger in die Land­wirtschaft sind jet­zt förder­fähig.

Investitionsförderung junger Landwirte in Niedersachsen

Vom Nieder­säch­sis­chen Min­is­teri­um für Ernährung, Land­wirtschaft und Ver­brauch­er­schutz ist das Agrar­in­vesti­tions­förderung­spro­gramms (AFP) neu aus­gerichtet wor­den. Ziel des seit dem 1. Okto­ber 2014 neuen Antragsver­fahren für land­wirtschaftliche Betriebe ist es, eine wet­tbe­werb­s­fähige, aber gle­ichzeit­ig nach­haltige und tierg­erechte Land­wirtschaft zu fördern. Gefördert wird auch ein Höch­st­maß an Tier­schutz. Erst­ma­lig kön­nen auch mobile Hüh­n­er­ställe bezuschusst wer­den, das Min­destantragsvol­u­men wurde auf 20.000 Euro abge­senkt. Beson­ders tierg­erechte Hal­tungssys­teme kön­nen zudem mit einem erhöht­en Förder­satz verse­hen wer­den. Außer­dem kön­nen auch son­stige Investi­tio­nen, die beson­dere Anforderun­gen in den Bere­ichen Umwelt‑, Kli­ma- oder Ver­brauch­er­schutz erfüllen, gefördert wer­den.

Kern­stück des Pro­gramms ist die Bindung der Tier­hal­tung an die Fläche. Betriebe, die in den Genuss ein­er Förderung kom­men wollen, dür­fen max­i­mal zwei Großviehein­heit­en (GV) pro Hek­tar land­wirtschaftliche Nutzfläche hal­ten. Darüber hin­aus ist die AFP-Förderung auch mit der Vor­gabe ein­er neun­monati­gen Gül­le­lager­möglichkeit ver­bun­den. Hier­mit soll eine Ver­w­er­tung der Gülle, die sich auss­chließlich am Bedarf der Pflanzen ori­en­tiert, gewährleis­tet wer­den. Es wer­den auss­chließlich mod­erne bäuer­liche Betriebe gefördert, die nicht mehr als 300 Rinder, 1.500 Mastschweine oder zum Beispiel 15.000 Leg­e­hen­nen hal­ten.

Das Antragsver­fahren läuft noch bis Ende Okto­ber 2014. Für Antrag­steller gilt eine Einkom­men­sober­gren­ze. Sie darf im Mit­tel der let­zten drei Wirtschaft­s­jahre zum Beispiel bei Ver­heirateten 180.000 Euro nicht über­schre­it­en (pos­i­tive Einkün­fte). Für Land­wirte, die jünger als 40 Jahre sind und den Betrieb erst inner­halb der let­zten fünf Jahre über­nom­men haben, erhöht sich der AFP-Zuschuss um 10 Prozent bis zu ein­er Ober­gren­ze. Mit Unternehmen, die inner­halb der let­zten zwei Jahre gegrün­det wur­den, wer­den erst­ma­lig auch Exis­ten­z­grün­der gefördert.

Ins­ge­samt ste­hen in dem Pro­gramm 10 Mil­lio­nen Euro an För­der­mit­teln zur Ver­fü­gung. Die Auswahl der zu fördern­den Pro­jek­te — sofern sie alle Voraus­set­zun­gen erfüllen — erfol­gt nach einem Punk­tesys­tem. In erster Lin­ie berück­sichtigt wer­den Maß­nah­men mit beson­ders hohen Stan­dards tierg­erechter Hal­tung. Außer­dem erhal­ten zum Beispiel inno­v­a­tive Pro­jek­te, Betriebe des ökol­o­gis­chen Land­baus und Direk­tver­mark­ter Zusatzpunk­te. Auch Stall­baut­en in Regio­nen mit geringer Tier­hal­tungs­dichte bekom­men Boni.

Nieder­säch­sis­ches Min­is­teri­um für Ernährung, Land­wirtschaft und Ver­brauch­er­schutz, Mit­teilung vom 13. Okto­ber 2014