Entschädigung für Aufforstung landwirtschaftlicher Flächen

Soweit ein Ent­gelt für die Umwand­lung land­wirtschaftlich­er in forstwirtschaftliche Nutzflächen gezahlt wurde, ist es nicht den Gewin­nen aus forstwirtschaftlich­er Nutzung zuzuord­nen und im Falle der Gewin­ner­mit­tlung nach Durch­schnittssätzen (§ 13a EStG) durch den Grund­be­trag abge­golten. Soweit das Ent­gelt der Auf­forstung zuzuord­nen war, kann es die Her­stel­lungskosten für das neu geschaf­fene Wirtschaftsgut “Baumbe­stand” min­dern.

Entschädigung für Aufforstung landwirtschaftlicher Flächen

Kleinere land­wirtschaftliche Betriebe haben den Gewinn unter den Voraus­set­zun­gen des § 13a Abs. 1 EStG nach Durch­schnittssätzen zu ermit­teln, sofern nicht von dem in § 13a Abs. 2 EStG geregel­ten Wahlrecht Gebrauch gemacht wurde. Der Land­wirt erfüllt die Voraus­set­zun­gen des § 13a EStG; er hat den land­wirtschaftlichen Gewinn daher zu Recht nach Durch­schnittssätzen ermit­telt. Davon sind auch die Beteiligten und das Finanzgericht aus­ge­gan­gen. Durch die stre­it­ge­gen­ständliche Nutzungsän­derung hat sich daran nichts geän­dert, wie eben­falls unstre­it­ig ist.

Der Durch­schnittssatzgewinn wird seit der Neu­fas­sung der Vorschrift durch das Steuer­ent­las­tungs­ge­setz (StEntlG) 1999/2000/2002 nach § 13a Abs. 3 EStG ermit­telt als die Summe aus dem Grund­be­trag (Abs. 4), den Zuschlä­gen für Son­der­nutzun­gen (Abs. 5), den nach Abs. 6 geson­dert zu ermit­tel­nden Gewin­nen, den vere­in­nahmten Miet- und Pachtzin­sen (Abs. 3 Satz 1 Nr. 4) und –einge­fügt durch das Steuerän­derungs­ge­setz 2001 mit Wirkung zum 23.12.2001– bes­timmten Kap­i­talerträ­gen (Abs. 3 Satz 1 Nr. 5). Mit der Neu­fas­sung durch das StEntlG 1999/2000/2002 ist die all­ge­meine Regelung ent­fall­en, die bis dahin bes­timmte, dass dem Grund­be­trag auch Erträge aus anderen Betrieb­svorgän­gen zuzuschla­gen sind, die bei der Fest­stel­lung des Aus­gangswerts nicht berück­sichtigt wor­den sind (§ 13a Abs. 8 Nr. 3 bzw. zuvor Abs. 6 Nr. 3 EStG der bis dahin gel­tenden Fas­sun­gen). Son­stige Vorgänge, z.B. Entschädi­gun­gen, die nicht im Rah­men des Abs. 6 erfasst wer­den, sind dem entsprechend der Geset­zes­be­grün­dung zufolge mit dem Grund­be­trag nach Abs. 4 und dem Zuschlag nach Abs. 5 abge­golten.

Die Höhe des Grund­be­trags richtet sich gemäß § 13a Abs. 4 Satz 1 EStG nach dem Hek­tar­w­ert der selb­st bewirtschafteten land­wirtschaftlichen Fläche, der sich aus § 40 Abs. 1 Satz 3 des Bew­er­tungs­ge­set­zes ergibt. Der Grund­be­trag steigt –abhängig von der Höhe des Hek­tar­w­erts– in sechs Stufen an; er ist auf die Größe der selb­st bewirtschafteten land­wirtschaftlichen Fläche umzurech­nen (§ 13a Abs. 4 Satz 2 EStG). Dadurch soll die unter­schiedliche Leis­tungs­fähigkeit der einzel­nen Betriebe in Abhängigkeit von der im Hek­tar­w­ert zum Aus­druck kom­menden Ertrags­fähigkeit pauschal berück­sichtigt wer­den.

Zusät­zlich zum Grund­be­trag sind die vere­in­nahmten Miet- und Pachtzin­sen bei der Ermit­tlung des Durch­schnittssatzgewinns anzuset­zen (§ 13a Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 EStG). Das sind alle Ent­gelte für eine oblig­a­torische oder dingliche Nutzungs- oder Fruchtziehungsüber­las­sung. Darunter fall­en die Ent­gelte für die Über­las­sung von Wirtschafts­gütern des Betrieb­sver­mö­gens wie z.B. Grund und Boden, Gebäude, Miet­woh­nun­gen, bewegliche oder imma­terielle Wirtschafts­güter, ohne dass es auf die Beze­ich­nung in den ver­traglichen Vere­in­barun­gen ankommt. Es kann sich also auch um das Ent­gelt für die Gebrauch­süber­las­sung auf der Grund­lage ein­er Grund­di­en­st­barkeit han­deln.

In den Durch­schnittssatzgewinn einzubeziehen sind nach § 13a Abs. 6 EStG weit­ere Gewinne, soweit sie ins­ge­samt 1.534 EUR über­steigen. Im Unter­schied zu § 13a Abs. 8 EStG a.F. enthält die neu gefasste Vorschrift der Geset­zes­be­grün­dung zufolge eine abschließende Aufzäh­lung der zu berück­sichti­gen­den Betrieb­svorgänge. Dazu zählen:

  1. Gewinne aus forstwirtschaftlich­er Nutzung (§ 13a Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 EStG). Sie sind durch Ein­nah­men-Über­schuss­rech­nung zu ermit­teln (§ 13a Abs. 6 Satz 2 EStG).
  2. Gewinne aus der Veräußerung oder Ent­nahme von Grund und Boden und Gebäu­den sowie der im Zusam­men­hang mit ein­er Betrieb­sum­stel­lung ste­hen­den Veräußerung oder Ent­nahme von Wirtschafts­gütern des übri­gen Anlagev­er­mö­gens (§ 13a Abs. 6 Satz 1 Nr. 2 EStG).
  3. Gewinne aus Dien­stleis­tun­gen und ver­gle­ich­baren Tätigkeit­en sind dem Grund­be­trag hinzuzurech­nen, sofern diese dem Bere­ich der Land- und Forstwirtschaft zugerech­net und nicht für andere Betriebe der Land- und Forstwirtschaft erbracht wer­den (§ 13a Abs. 6 Satz 1 Nr. 3 EStG). Damit soll sichergestellt wer­den, dass eigentlich dem gewerblichen Bere­ich zuzuord­nende Dien­stleis­tun­gen und ver­gle­ich­bare Tätigkeit­en, die aus Vere­in­fachungs­grün­den unter bes­timmten Voraus­set­zun­gen noch zur Land- und Forstwirtschaft gerech­net wer­den kön­nen, erfasst wer­den.
  4. Gewinne aus der Auflö­sung von Rück­la­gen nach § 6c EStG und von Rück­la­gen für Ersatzbeschaf­fung (§ 13a Abs. 6 Satz 1 Nr. 4 EStG).

Die vom Land­wirt für die Auf­forstung bezo­gene Entschädi­gung ist der land­wirtschaftlichen Nutzung zuzuord­nen, soweit es sich um ein Ent­gelt für den durch die Umwand­lung in Forstflächen ver­min­derten Wert des Grund­stücks han­delt. Soweit sie im Zusam­men­hang mit der Auf­forstung ste­ht, ist sie den Gewin­nen aus forstwirtschaftlich­er Nutzung zuzuord­nen.

Welch­er Nutzung das Ent­gelt für die Durch­führung ein­er ökol­o­gis­chen Aus­gle­ichs­maß­nahme zuzuord­nen ist, richtet sich nach dem wirtschaftlichen Gehalt der vom Land­wirt über­nomme­nen Verpflich­tun­gen und lässt sich daher nicht all­ge­mein beant­worten. Für die Entschei­dung des Stre­it­falls kommt es deshalb darauf an, welchem Bestandteil des Durch­schnittssatzgewinns die dem Land­wirt gezahlte Vergü­tung für die Bere­it­stel­lung der Aus­gle­ichs­fläche ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach zuzurech­nen ist.

Unter den vor­liegend gegebe­nen Umstän­den kann in der vom Land­wirt bezo­ge­nen Vergü­tung wed­er eine Nutzungsvergü­tung, die den Miet- und Pachtzin­sen zuge­ord­net wer­den kön­nte, noch ein Veräußerungser­lös für Rechte am Grund­stück noch ein Ent­gelt für Dien­stleis­tun­gen des Land­wirts gese­hen wer­den.

Miet- oder Pachtzin­sen kön­nen in der vom Land­wirt bezo­ge­nen Entschädi­gung schon deshalb nicht gese­hen wer­den, weil der Land­wirt auch nach der Nutzungsän­derung weit­er­hin allein zur Nutzung des Grund­stücks berechtigt blieb und der Gemeinde keine eige­nen Betre­tungs- oder Nutzungsrechte eingeräumt wur­den.

Die Annahme eines Veräußerungser­lös­es i.S. des § 13a Abs. 6 Satz 1 Nr. 2 EStG scheit­ert daran, dass der Land­wirt wed­er den Grund und Boden noch ein anderes Wirtschaftsgut veräußert hat. Denn er kon­nte weit­er­hin rechtlich und tat­säch­lich allein über das Grund­stück ver­fü­gen, so dass die Annahme ein­er Veräußerung des Grund­stücks bzw. eines Teils des Grund­stücks nicht in Betra­cht kommt. Eben­so wenig hat der Land­wirt ein imma­terielles Wirtschaftsgut (“Ökop­unk­te”) hergestellt und veräußert. Denn er hat lediglich im Inter­esse der Gemeinde gegen Entschädi­gung die Nutzung eines Betrieb­s­grund­stücks von der land­wirtschaftlichen auf die forstwirtschaftliche Bewirtschaf­tung umgestellt. Ein neues Wirtschaftsgut ist dadurch nicht ent­standen.

Eben­so wenig kann in der vom Land­wirt bezo­ge­nen Entschädi­gung ein Ent­gelt für Dien­stleis­tun­gen oder ver­gle­ich­bare Tätigkeit­en (§ 13a Abs. 6 Satz 1 Nr. 3 EStG) gese­hen wer­den. Denn im Stre­it­fall hat der Land­wirt keine Arbeit­en für Dritte (hier: die Gemeinde) über­nom­men. Die von ihm auf eigene Kosten durchzuführen­den Unter­hal­tungs- und Instand­set­zungs­maß­nah­men fall­en im Rah­men sein­er eige­nen forstwirtschaftlichen Nutzung an und haben daher keinen Dien­stleis­tungscharak­ter.

Der forstwirtschaftlichen Nutzung (§ 13a Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 EStG) zuge­ord­net wer­den kann das Ent­gelt, das der Land­wirt für die Durch­führung der Aus­gle­ichs­maß­nah­men erhal­ten hat, nur insoweit, als damit die Kosten für die Auf­forstung abgedeckt sowie dem Land­wirt eine Entschädi­gung für seine dazu erbracht­en eige­nen Leis­tun­gen gewährt wer­den soll­ten, nicht jedoch, soweit es den Wertver­lust des Grund­stücks durch die Umwand­lung aus­gle­ichen sollte.

Soweit die Vergü­tung des Land­wirts im Zusam­men­hang mit der Auf­forstung gewährt wurde, ist sie wirtschaftlich durch die forstliche Nutzung verur­sacht. Kosten und Leis­tun­gen für die Auf­forstung sind nicht durch die vorherge­hende land­wirtschaftliche Nutzung verur­sacht, denn sie wür­den auch dann anfall­en, wenn ein zuvor bere­its forstwirtschaftlich genutztes Grund­stück (wieder) aufge­forstet wird. Sie dienen vielmehr der Her­stel­lung eines nicht abnutzbaren Wirtschaftsguts des Forst­be­triebs bzw. des forstlichen Teil­be­triebs.

Anders ver­hält es sich jedoch, soweit die an den Land­wirt gezahlte Vergü­tung Ent­gelt für die Umwand­lung der land­wirtschaftlichen in eine forstwirtschaftliche Nutzung ist. Darin liegt kein der forstwirtschaftlichen Nutzung zuzuord­nen­der Ertrag. Zwar ist die Umwand­lung ein notwendi­ger Schritt zwis­chen bei­den Nutzungsarten. Die dafür gezahlte Vergü­tung ist jedoch noch der land­wirtschaftlichen Nutzung zuzuord­nen. Denn damit wird der Mehrw­ert der land­wirtschaftlichen gegenüber der forstwirtschaftlichen Nutzung ent­golten. Für eine zuvor bere­its forstwirtschaftlich genutzte Fläche wäre die Vergü­tung nicht gezahlt wor­den; denn dann hätte die Auf­forstung nicht zu der von der Gemeinde bezahlten ökol­o­gis­chen Verbesserung geführt. Bestätigt wird diese Ausle­gung im vor­liegen­den Fall dadurch, dass die Vergü­tung zwar von der ökol­o­gis­chen Verbesserung abhing, aber nicht (nur) an die Auf­forstung gebun­den war; denn der Land­wirt hätte der Vere­in­barung zufolge auf dem Grund­stück auch einen Teich anle­gen kön­nen. Vor­liegend sollte mithin ger­ade die in der Nutzungsän­derung –durch Auf­gabe der land­wirtschaftlichen Nutzung– liegende ökol­o­gis­che Verbesserung ent­golten wer­den. Das bestätigt vor­liegend der Inhalt der im Grund­buch einzu­tra­gen­den beschränkt per­sön­lichen Dien­st­barkeit: Der Eigen­tümer verpflichtete sich darin, diese Fläche voll­ständig aus der land­wirtschaftlichen Nutzung her­auszunehmen.

Soweit die Entschädi­gung danach der land­wirtschaftlichen Nutzung zuzuord­nen ist, ist sie mit dem Grund­be­trag abge­golten.

Die Abgel­tung der Entschädi­gung durch den Grund­be­trag fol­gt aus Auf­bau und Sys­tem­atik des § 13a EStG n.F. und entspricht dem Willen des Geset­zge­bers. Die Neu­fas­sung des § 13a EStG enthält –anders als § 13a Abs. 8 Nr. 3 EStG a.F.– keinen all­ge­meinen Auf­fang­tatbe­stand, der zur Hinzurech­nung der Entschädi­gung führen kön­nte. Dies entspricht dem vere­in­fachen­den, betriebliche Beson­der­heit­en pauschal abgel­tenden Charak­ter der Regelung.

Diese Ausle­gung der Vorschrift stimmt mit der Recht­sprechung des erken­nen­den BFHs zu Entschädi­gun­gen für Wirtschaft­ser­schw­ernisse übere­in. Danach gehörte eine solche Entschädi­gung zu den Betrieb­svorgän­gen i.S. des § 13a Abs. 8 Nr. 3 EStG a.F. (bzw. zuvor Abs. 6 Nr. 3), die bei der Fest­stel­lung des Aus­gangswerts nach § 13a Abs. 4 EStG a.F. nicht berück­sichtigt wur­den und deshalb durch einen Zuschlag im Wirtschaft­s­jahr der Vere­in­nah­mung zu erfassen waren. Eine solche Regelung enthält die im Stre­it­jahr anzuwen­dende Fas­sung des § 13a EStG aber nicht mehr.

Hinzu kommt, dass der Recht­sprechung die Über­legung zu Grunde lag, dass der durch die Wirtschaft­ser­schw­ernisse verur­sachte Aufwand bei der Ermit­tlung des Aus­gangswerts als gewin­n­min­dern­der Fak­tor berück­sichtigt wurde und deshalb die Entschädi­gung als Betrieb­sein­nahme gemäß § 13a Abs. 8 Nr. 3 EStG a.F. berück­sichtigt wer­den müsse. Der BFH hat in diesem Zusam­men­hang aus­drück­lich darauf hingewiesen, dass dann, wenn die durch die Wirtschaft­ser­schw­ernisse entste­hende Mehrbe­las­tung des Land­wirts mit Durch­schnittssatzgewin­ner­mit­tlung beim Aus­gangswert nicht erfasst und damit im Rah­men des § 13a EStG (a.F.) nicht gewin­n­min­dernd berück­sichtigt wer­den kön­nte, auch die sie abgel­tende Entschädi­gung nicht als Ein­nahme erfasst wer­den dürfe. So ver­hält es sich aber seit der Neu­fas­sung des § 13a EStG durch das StEntlG 1999/2000/2002 bei Entschädi­gun­gen für Wirtschaft­ser­schw­ernisse; sie wer­den bei der Ermit­tlung des Grund­be­trags nicht mehr berück­sichtigt. Für Gewin­n­min­derun­gen wegen ökol­o­gis­ch­er Aus­gle­ichs­maß­nah­men kann nichts anderes gel­ten. Sie wer­den grund­sät­zlich bei der Ermit­tlung des Grund­be­trags nicht berück­sichtigt. Deshalb kön­nen auf der anderen Seite auch Entschädi­gun­gen, die der­ar­tige Gewin­n­min­derun­gen aus­gle­ichen (sollen), nicht zusät­zlich ange­set­zt wer­den.

Eine andere Beurteilung ergibt sich im Stre­it­fall auch nicht daraus, dass das Grund­stück nach der Auf­forstung wegen der Nutzungsän­derung nicht mehr bei der Ermit­tlung des Grund­be­trags zu berück­sichti­gen war mit der Folge, dass spätere Leis­tun­gen auch nicht mehr durch den Grund­be­trag abge­golten wer­den kon­nten. Denn der Land­wirt hat die entschädigte Leis­tung (hier: die Nutzungsän­derung) im Wesentlichen mit der Auf­forstung erbracht. Zwar war er darüber hin­aus verpflichtet, die spätere forstliche Bewirtschaf­tung auf eigene Kosten durchzuführen. Darin liegt jedoch keine beson­dere, erst in späteren Wirtschaft­s­jahren zu erbrin­gende Gegen­leis­tung des Land­wirts für die Zahlung der Gemeinde. Denn die Über­nahme der Bewirtschaf­tungskosten ist der Nor­mal­fall ein­er forstwirtschaftlichen Nutzung und Folge der Nutzungsän­derung. Auch soweit der Land­wirt sich verpflichtet hat, die Fläche voll­ständig aus der land­wirtschaftlichen Nutzung her­auszunehmen, liegt darin keine kün­ftige Leis­tung. Denn eine Rück-Umwand­lung des neu angepflanzten Waldes in eine andere Nutzungsart dürfte bere­its forstrechtlich nicht in Betra­cht kom­men (vgl. §§ 39 ff. des Lan­des­forstge­set­zes für das Land Nor­drhein-West­falen). Der voll­ständi­ge Verzicht auf die kün­ftige land­wirtschaftliche Nutzung ist daher eben­falls im Wesentlichen keine (erst) kün­ftig zu erbrin­gende Leis­tung, son­dern Folge der Nutzungsän­derung.

Soweit die Entschädi­gung zur Finanzierung der Anpflanzung bes­timmt war, kann sie evtl. in voller Höhe als Investi­tion­szuschuss oder aber teil­weise als Investi­tion­szuschuss und im Übri­gen als Vergü­tung für Eigen­leis­tun­gen des Land­wirts zu beurteilen sein.

Soweit die Entschädi­gung sich als Investi­tion­szuschuss erweist, min­dert dieser die Her­stel­lungskosten ein­schließlich nachträglich­er Her­stel­lungskosten des auf der aufge­forsteten Fläche neu geschaf­fe­nen Wirtschaftsguts “Baumbe­stand”.

Nach der Recht­sprechung des Bun­des­fi­nanzhofs führen öffentliche Investi­tion­szuschüsse bei bilanzieren­den Steuerpflichti­gen grund­sät­zlich zu ein­er Min­derung der Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungskosten der geförderten Wirtschafts­güter. Das gilt auch bei Gewin­ner­mit­tlung durch Ein­nah­men-Über­schuss­rech­nung und nach Durch­schnittssätzen. Soweit die Finanzver­wal­tung dem Steuerpflichti­gen ein Wahlrecht ein­räumt, einen Investi­tion­szuschuss erfol­gsneu­tral durch Min­derung der Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungskosten oder aber gewin­ner­höhend zu erfassen, beste­ht dieses Wahlrecht bis zur Unan­fecht­barkeit der Steuer­fest­set­zung. Es kann deshalb dahin­ste­hen, wie der Land­wirt den Zuschuss zunächst behan­delt hat. Mit der Klage kann er das Wahlrecht in jedem Fall noch zu Gun­sten ein­er erfol­gsneu­tralen Behand­lung ausüben.

Der Investi­tion­szuschuss min­dert danach die Her­stel­lungskosten des neuen Forst­be­stands. Dies bet­rifft sowohl die bis zum Ende des Wirtschaft­s­jahrs 2002/2003 ent­stande­nen Her­stel­lungskosten als auch die in späteren Jahren bis zur Fer­tig­stel­lung des Wirtschaftsguts noch anfal­l­en­den Her­stel­lungskosten. Der Zuschuss ist in dem nach § 13a Abs. 6 Satz 2 i.V.m. § 4 Abs. 3 Satz 5 EStG in sein­er für das Stre­it­jahr gel­tenden Fas­sung zu führen­den Verze­ich­nis von den Her­stel­lungskosten abzuset­zen. Soweit der Zuschuss kün­ftige Her­stel­lungskosten bet­rifft, erhöht dieser eben­falls bei Zufluss nicht den durch Ein­nah­men-Über­schuss­rech­nung ermit­tel­ten Gewinn. Da ein solch­er Zuschuss bei der Gewin­ner­mit­tlung durch Betrieb­sver­mö­gensver­gle­ich nach R 6.5 Abs. 4 EStR als Rück­lage behan­delt wird, liegt es nahe, auch bei der Ein­nah­men-Über­schuss­rech­nung die Grund­sätze anzuwen­den, die als Ersatz für die man­gels Bilanz fehlende Möglichkeit zur Rück­la­gen­bil­dung gel­ten (z.B. in Anlehnung an § 6c EStG). Im Zeit­punkt des Zuflusses ist danach eine die Betrieb­sein­nahme neu­tral­isierende Betrieb­saus­gabe anzunehmen, der eine bei Entste­hen der späteren Her­stel­lungskosten anzuset­zende Betrieb­sein­nahme gegenüber­ste­ht.

Soweit keine Ver­rech­nung mit Her­stel­lungskosten möglich ist, muss die auf die Auf­forstung ent­fal­l­ende Entschädi­gung als Betrieb­sein­nahme erfasst wer­den. Dies gilt ein­er­seits für einen ggf. beste­hen­den Dif­ferenz­be­trag, um den der als Zuschuss zu den Her­stel­lungskosten gewährte Betrag die tat­säch­lichen Her­stel­lungskosten bis zur Fer­tig­stel­lung des Wirtschaftsguts über­steigt. Ander­er­seits wäre auch ein ggf. zur Abgel­tung von Eigen­leis­tun­gen des Land­wirts gezahlter Betrag eine Betrieb­sein­nahme im Rah­men des für die forstwirtschaftliche Nutzung zu ermit­tel­nden Gewinns nach § 13a Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 EStG.

Soweit Betrieb­sein­nah­men anzuset­zen sein soll­ten, kommt eine Berück­sich­ti­gung pauschaler Betrieb­saus­gaben nach § 51 ESt­DV a.F. nicht in Betra­cht, wie das Finanzgericht zutr­e­f­fend entsch­ieden hat.

Nach § 51 Abs. 1 ESt­DV a.F. kön­nen forstwirtschaftliche Betriebe, die nicht zur Buch­führung verpflichtet sind und den Gewinn nicht nach § 4 Abs. 1 EStG ermit­teln, zur Abgel­tung der Betrieb­saus­gaben auf Antrag einen Pauschsatz von 65 % der Ein­nah­men aus der Holznutzung abziehen. Begün­stigt sind danach nicht sämtliche Ein­nah­men aus dem Forst­be­trieb, son­dern nur diejeni­gen Ein­nah­men, die im Zusam­men­hang mit der Holznutzung ste­hen.

Bei der Entschädi­gung für die Anpflanzungskosten han­delt es sich –ent­ge­gen der Ansicht des Land­wirts– nicht um Ein­nah­men aus der Holznutzung. Denn es fehlt an dem dafür erforder­lichen Zusam­men­hang mit Holzverkäufen. Die Zahlung der Gemeinde diente (insoweit) der Her­stel­lung eines nicht abnutzbaren Wirtschaftsguts des Anlagev­er­mö­gens. Bei dieser Sach­lage bedarf es im Stre­it­fall kein­er Entschei­dung, ob für die Inanspruch­nahme des Pauschsatzes bere­its ein mit­tel­bar­er Zusam­men­hang der begün­stigten Ein­nah­men mit Holzverkäufen aus­re­icht.

Bun­des­fi­nanzhof, Urteil vom 11. Sep­tem­ber 2013 – IV R 57/10