Die Gemein­de­ver­bin­dungs­stra­ße in der Flur­be­rei­ni­gung

Auch eine Gemein­de­ver­bin­dungs­stra­ße kann eine gemein­schaft­li­che Anla­ge i. S. des § 39 Abs. 1 FlurbG dar­stel­len, die als sol­che im Rah­men der Flur­be­rei­ni­gung nach § 39 Abs. 2 FlurbG instand­ge­setzt (“geän­dert”) wer­den kann.

Die Gemein­de­ver­bin­dungs­stra­ße in der Flur­be­rei­ni­gung

Zwar dür­fen Stra­ßen und Wege nach § 39 FlurbG im Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren nur geschaf­fen wer­den, wenn sie einem gemein­schaft­li­chen Zweck die­nen; ledig­lich öffent­li­chen Zwe­cken die­nen­de Stra­ßen und Wege dür­fen dem­ge­gen­über nach Maß­ga­be der §§ 37 Abs. 1 Satz 2, 41 Abs. 1 FlurbG nicht geschaf­fen wer­den. Zwar steht mit der Maß­nah­me Nr. 2011 nur ein Aus­bau, mit­hin die Ände­rung einer bereits vor­han­de­nen Anla­ge in Rede (vgl. § 39 Abs. 2 FlurbG), doch muss auch einer sol­chen ein gemein­schaft­li­cher Zweck zugrun­de lie­gen. Denn den Stra­ßen­bau­last­trä­gern oblie­gen­de Wege­un­ter­hal­tungs­maß­nah­men kön­nen nicht auf Kos­ten der Teil­neh­mer eines Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren durch­ge­führt wer­den; inso­weit ist der Klä­ge­rin Recht zu geben. Anhalts­punk­te dafür, dass letzt­lich nur die Gemein­de Loß­burg von der ihr oblie­gen­den Unter­hal­tung einer Gemein­de­stra­ße ent­las­tet wer­den soll­te, las­sen sich den Ver­wal­tungs­ak­ten jedoch nicht ent­neh­men. Viel­mehr stellt der vor­han­de­ne her­vor­ge­ho­be­ne Haupt­wirt­schafts­weg unge­ach­tet des­sen, dass ihm auch die Funk­ti­on einer Gemein­de­ver­bin­dungs­stra­ße zukommt, auch eine gemein­schaft­li­che Anla­ge i. S. der §§ 39, 41 FlurbG dar, die als sol­che im Rah­men der Flur­be­rei­ni­gung auch instand­ge­setzt („geän­dert“) wer­den kann (vgl. § 39 Abs. 2 FlurbG).

Öffent­li­che Wege gehö­ren zu den gemein­schaft­li­chen Anla­gen im Sin­ne des § 39 FlurbG, wenn ihre Schaf­fung im Inter­es­se der all­ge­mei­nen Lan­des­kul­tur und im wirt­schaft­li­chen Inter­es­se der Betei­lig­ten erfor­der­lich ist. Die­se Vor­aus­set­zun­gen lie­gen regel­mä­ßig vor, wenn durch den öffent­li­chen Weg die Feld­mark erschlos­sen oder eine Auf­lo­cke­rung der Orts­la­ge erreicht wird. Der Wege­bau muss letzt­lich ein Mit­tel zur Stär­kung der wirt­schaft­li­chen Grund­la­gen der am Ver­fah­ren teil­neh­men­den Betrie­be sein und der För­de­rung der all­ge­mei­nen Lan­des­kul­tur die­nen (vgl. BVerwG, Urteil vom 25.10.1962, a.a.O.).

Dies ist hier vom Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg ent­schie­de­nen Rechts­streit ersicht­lich der Fall. So wird im Erläu­te­rungs­be­richt zum Wege- und Gewäs­ser­plan unter Nr. 3.2.4 n) aus­ge­führt, dass der u. a. aus der Maß­nah­me Nr. 2011 bestehen­de her­vor­ge­ho­be­ne Haupt­weg in Nord-Süd-Rich­tung im west­li­chen Teil der Gemar­kung 24 Höfe die Wohn­plät­ze und Hof­s­tel­len „Wei­ler“, Romis­horn“, „Birk­hof“ und „Greuthog“ unter­ein­an­der und mit dem über­ge­ord­ne­ten Stra­ßen­netz ver­bin­de. Die­se Haupt­ach­se habe neben der Erschlie­ßungs­funk­ti­on und der Auf­nah­me des land- und forst­wirt­schaft­li­chen Ver­kehrs auch den Lie­fer- und Abho­lungs­ver­kehr von land- und forst­wirt­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­ten mit Groß­fahr­zeu­gen auf­zu­neh­men. Da die bis­lang vor­han­de­nen Wege für einen sol­chen Ver­kehr weder die not­wen­di­ge Brei­te noch die erfor­der­li­che Trag­fä­hig­keit auf­wie­sen, sei deren grund­le­gen­der Neu­bau mit einem Regel­quer­schnitt nach Nr. 3.2.3 a) uner­läss­lich. Auf die­se unzu­rei­chen­de, für die Pro­duk­ti­ons- und Arbeits­be­din­gun­gen in der Land­wirt­schaft nach­tei­li­ge wege­mä­ßi­ge Erschlie­ßung war bereits im Ände­rungs­be­schluss vom 06.05.2008 hin­ge­wie­sen wor­den. Dass die Gemein­de Loß­burg inso­weit von der ihr oblie­gen­den Unter­hal­tung für eine Gemein­de­ver­bin­dungs­stra­ße ent­las­tet wird, ist die Fol­ge davon, dass deren Ände­rung im Hin­blick auf die ihr zukom­men­de Funk­ti­on als her­vor­ge­ho­be­ner Haupt­wirt­schafts­weg auch einem gemein­schaft­li­chen Zweck dient (vgl. § 39 FlurbG).

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 10. Mai 2012 – 7 S 1750/​10

Die Gemeindeverbindungsstraße in der Flurbereinigung