Das im Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren auf­ge­ho­be­ne Wegerecht

Ein im Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren auf­ge­ho­be­nen Wege­rechts kann nicht im Wege der Grund­buch­be­rich­ti­gung wie­der­her­ge­stellt werden.

Das im Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren auf­ge­ho­be­ne Wegerecht

Ein Wege­recht kann im ord­nungs­ge­mäß durch­ge­führ­ten und rechts­kräf­tig abge­schlos­se­nen Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren auf­ge­ho­ben wer­den. Rechts­grund­la­ge hier­für ist § 49 FlurbG. Für die Auf­he­bung ist die Zustim­mung des Berech­tig­ten nicht erfor­der­lich [1].

Ob die Vor­aus­set­zun­gen für die Auf­he­bung vor­la­gen ist nach Unan­fecht­bar­keit des Flur­be­rei­ni­gungs­plans und Erlass der Aus­füh­rungs­an­ord­nung (§ 61 FlurbG) nicht von den Zivil­ge­rich­ten zu über­prü­fen. Bei der Aus­füh­rungs­an­ord­nung han­delt es sich um einen pri­vat­rechts­ge­stal­ten­den Ver­wal­tungs­akt [2]. Die durch die Plan­ge­stal­tung im Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren bewirk­te Rechts­än­de­rung voll­zieht sich dabei außer­halb des Grund­bu­ches [3].

Aus der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts [4] und des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Meck­len­burg-Vor­pom­mern [5] ergibt sich nichts anderes:

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ver­weist ledig­lich für den Streit über Inhalt, Umfang und Aus­übung einer plang­e­schaf­fe­nen Grund­dienst­bar­keit auf den Zivil­rechts­weg. Es hat inso­weit aus­ge­führt, dass § 64 FlurbG kei­ne Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge bie­te, eine in die­sem Zusam­men­hang strei­ti­ge Aus­le­gungs­fra­ge auto­ri­ta­tiv zu ent­schei­den. Damit wird aber nicht zum Aus­druck gebracht, dass mit­tels des Zivil­rechts ver­wal­tungs­recht­lich bestands­kräf­ti­ge Rechts­än­de­run­gen besei­tigt wer­den können.

In der Ent­schei­dung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Meck­len­burg-Vor­pom­mern wird eben­falls ledig­lich § 64 FlurbG nicht als Rechts­grund­la­ge dafür ange­se­hen, die Über­ein­stim­mung des Grund­bu­ches mit der durch das Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren ent­stan­de­nen tat­säch­li­chen Rechts­la­ge her­bei­zu­füh­ren. Dort war im Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren außer­halb des Grund­bu­ches eine beschränkt per­sön­li­che Dienst­bar­keit ent­stan­den, jedoch eine Grund­dienst­bar­keit ein­ge­tra­gen wor­den. Eine sol­che Kon­stel­la­ti­on liegt hier eben­falls nicht vor, da das Grund­buch durch die erfolg­te Auf­he­bung des Wege­rechts im Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren mit der tat­säch­li­chen Rechts­la­ge übereinstimmt.

Der Wege­be­rech­tig­te hät­te durch Wider­spruch gegen den Flur­be­rei­ni­gungs­plan (§ 59 FlurbG) ver­su­chen müs­sen, die Auf­he­bung des Wege­rech­tes zu ver­hin­dern – das hat er jedoch nicht getan.

Die­ses Ver­säum­nis ist nicht im Nach­hin­ein über eine Grund­buch­be­rich­ti­gung zu kor­ri­gie­ren. Ansons­ten bestün­de die Mög­lich­keit, das gesam­te Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren wie­der rück­gän­gig zu machen.

Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg – Hin­weis­be­schluss vom 7. Novem­ber 2013 – 2 U 80/​13

  1. Wingerter/​Mayr, Flur­be­rei­ni­gungs­ge­setz, Stan­dard­kom­men­tar, 9. Aufl. § 49 RN 5[]
  2. Win­ger­ter aaO § 61 RN 2[]
  3. vgl. nur BVerwG Rdl 77, 323[]
  4. BVerwG, Urteil vom 25.04.1989 – 5 C 41/​84[]
  5. OVG MVP, Urteil vom 23.04.2008 – 9 K 23/​04[]