Das Fällen eines Baumes

Im Winter ist die Zeit, in der Bäume beschnitten oder gefällt werden dürfen. Da im Holz dann wenig Wasser vorhanden ist. Darüber hinaus sind die Laubbäume kahl. Ein weiterer Grund, der das Fällen von Bäumen einschränkt, ist der Vogelschutz. Besonders nistende Vögel werden durch das Bundesnaturschutzgesetz dadurch geschützt, dass zwischen dem 1. März und dem 1. Oktober ein Verbot für das Baumfällen besteht. Außerdem kann die Größe und der Durchmesser eines Baumes ebenso ein Grund dafür sein, dass er nicht gefällt werden darf, wie das Alter.

Das Fällen eines Baumes

Dagegen haben Anlieger keinen Anspruch auf die Unterlassung von Baumfällungen, die eine Gemeinde vornehmen lassen möchte. So hat das Verwaltungsgericht Arnsberg[1] im Oktober 2010 entschieden.

Kommt es zu Baumfällarbeiten, so sind einige spezielle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, damit weder Personen verletzt noch Sachschäden zu beklagen sind. Im Fall eines Sachschadens hat nach Auffassung des Bundesgerichtshofs die Privathaftpflichtversicherung aber für den durch einen gefällten Baum entstandenen Schaden an einem Dach einzustehen – auch wenn in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen Schäden durch „… eine ungewöhnliche und gefährliche Beschäftigung …“ ausgeschlossen sind. Der Bundesgerichtshof hat in seiner Entscheidung darauf hingewiesen, dass es für einen Ausschluss nicht ausreicht, wenn sich die Haftpflicht auslösende Handlung selbst als ungewöhnlich und gefährlich darstellt. Es zählt zu den normalen Handlungen von Privatleuten, Gartenarbeiten – auch an Bäumen – zu verrichten[2].

Trotz Allem hat jede Person, die beabsichtigt, einen Baum zu fällen, besondere Sorgfalt walten zu lassen. Durch Unfallverhütungsvorschriften soll bei Forstarbeiten die Verletzungsgefahr minimiert werden. So bezeichnet das Oberlandesgericht Dresden das Fällen von Bäumen als gefährliche Tätigkeit[3]. Bei der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft existiert eine Unfallverhütungsvorschrift (VSG) für das Fällen von Bäumen.

Nicht nur ein unkontrolliert herabfallender Baum, sondern auch die unprofessionelle Bedienung einer Kettensäge kann zu schweren Verletzungen führen. Wer beabsichtigt, einen Baum zu fällen, sollte sich selbst dadurch schützen, dass er passende Schutzkleidung trägt. Schnittschutz im Bereich von Armen und Beinen verringert die Verletzungsgefahr während des Gebrauchs einer Kettensäge. Den gleichen Zweck dienen Sicherheitsschuhe. Arbeitshandschuhe und ein Schutzhelm mit Gehörschutz und Visier vervollständigen die Schutzkleidung.

Zum Schutz dritter Personen ist nicht nur der Arbeitsbereich weit genug abzusperren, sondern auch auf eine genaue Abstimmung der Arbeitsabläufe zu achten. Darüber hinaus sollte der Kettensägenführer durch angepasste Schnitttechniken und den richtigen Einsatz des Werkzeuges die Verletzungsgefahr gering halten.

  1. VG Arnsberg, Beschluss vom 29.10.2010 – 14 L 763/10[]
  2. BGH, Urteil vom 09.11.2011 – IV ZR 115/10[]
  3. OLG Dresden, Urteil vom 28.01.2014 – 5 U 1498/12[]