Can­na­bis im Mais

Der Anbau von Can­na­bis-Pflan­zen in einem nicht ein­seh­ba­ren Bereich eines Mais­fel­des haben zu einer Ver­ur­tei­lung wegen uner­laub­ten Han­del Trei­bens mit Can­na­bis geführt.

Can­na­bis im Mais

Vom Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg ist die Ver­ur­tei­lung von zwei Män­nern zu einer Frei­heits­stra­fe von einem Jahr bzw. einem Jahr und zwei Mona­ten ohne Bewäh­rung bestä­tigt wor­den. In dem hier vor­lie­gen­den Fall hat­ten die zwei Män­ner aus Rhau­der­fehn Erfah­rung im Anbau und Ver­kauf von Can­na­bis. Im Mai 2012 kamen sie auf die Idee, erneut auf die­se Wei­se Geld zu ver­die­nen. Als Anbau­flä­che erschien ihnen ein abge­le­ge­nes Mais­feld im ems­län­di­schen Bör­ger geeig­net. In einem nicht ein­seh­ba­ren Bereich des Fel­des ent­fern­ten sie einen Teil der Mais­pflan­zen und setz­ten statt­des­sen Can­na­bis-Pflan­zen ein. Der Land­wirt ahn­te davon nichts, bis er im Juni 2012 die Can­na­bis-Pflan­zen bei einer Bege­hung sei­nes Fel­des ent­deck­te. Er wand­te sich an die Poli­zei. Die­se setz­te zwei sog. Wild­ka­me­ras ein, um den Tätern auf die Schli­che zu kom­men – mit Erfolg. Bei­de Män­ner wur­den in der Fol­ge­zeit mehr­fach gefilmt, wie sie an das Mais­feld her­an­fuh­ren, es betra­ten oder ver­lie­ßen.

Die Staats­an­walt­schaft Osna­brück erhob Ankla­ge vor dem Amts­ge­richt Mep­pen. Die Män­ner strit­ten den Tat­vor­wurf ab und ver­tei­dig­ten sich mit fol­gen­der Geschich­te: Der Jün­ge­re von ihnen sei im Juni 2012 zufäl­lig an dem Mais­feld vor­bei­ge­kom­men und habe sei­nem Hund dort Aus­lauf gewährt. Plötz­lich sei ein Reh auf­ge­taucht. Der Hund habe die Ver­fol­gung auf-genom­men. Da er nicht von allein zurück­ge­kehrt sei, habe der Jün­ge­re ihn im Mais­feld gesucht. Dabei sei er auf die Can­na­bis-Pflan­zen gesto­ßen. Von sei­ner Ent­de­ckung habe er dem Älte­ren berich­tet. Rein inter­es­se­hal­ber hät­ten sie bei­de in den fol­gen­den Wochen wie­der­holt das Mais­feld auf­ge­sucht, um sich über die Ent­wick­lung der Can­na­bis­pflan­zen zu in-for­mie­ren. Das Amts­ge­richt nahm den Ange­klag­ten die­se Geschich­te nicht ab und ver­ur­teil­te sie wegen uner­laub­ten Han­del Trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln zu einer Frei­heits­stra­fe von einem Jahr bzw. einem Jahr und zwei Mona­ten. Die Stra­fen wur­den nicht zur Bewäh­rung aus­ge­setzt. Das Amts­ge­richt ver­moch­te den vor­be­straf­ten Ange­klag­ten kei­ne güns­ti­ge Sozi­al­pro­gno­se zu beschei­ni­gen.

Die dage­gen ein­ge­leg­ten Beru­fun­gen der Ange­klag­ten hat­ten kei­nen Erfolg. Das Land­ge­richt Osna­brück (Az: 7 Ns 168/​14) bestä­tig­te die Ent­schei­dung des Amts­ge­richts. Dage­gen ist bei dem Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg Revi­si­on ein­ge­legt wor­den.

Nun hat das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg die Ent­schei­dung des Land­ge­richts bestä­tigt und die Rechts­mit­tel als unbe­grün­det ver­wor­fen.

Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg, Beschluss vom 22. Juli 2015 – 1 Ss 113/​15