Betriebsausgabenpauschsatz von Einnahmen aus Kalamitätsnutzungen

Kalamität­snutzun­gen in Forst­be­trieben sind solche Holznutzun­gen, die durch Ein­wirkung höher­er Gewalt ent­standen sind, also etwa durch Eis- oder Schnee­bruch, durch Wind­bruch oder Wind­wurf, durch Insek­ten­fraß oder durch ein anderes Natur­ereig­nis, das in seinen Fol­gen diesen Ereignis­sen gle­ichkommt. Für Kalamität­snutzun­gen kom­men unter bes­timmten Voraus­set­zun­gen ermäßigte Steuer­sätze nach § 34b EStG sowie ein erhöhter Betrieb­saus­gaben­pauschsatz zur Anwen­dung.

Betriebsausgabenpauschsatz von Einnahmen aus Kalamitätsnutzungen

Der erhöhte Betrieb­saus­gaben­pauschsatz nach dem ForstSchAus­glG in Höhe von 90 % ist nach einem aktuellen Urteil des Bun­des­fi­nanzhofs aber nicht von Ein­nah­men aus Kalamität­snutzun­gen abzuset­zen, die in einem Wirtschaft­s­jahr nach Aus­laufen ein­er Ein­schlags­beschränkung steuer­lich zu erfassen sind.

§ 5 Abs. 2 ForstSchAus­glG eröffnet dem Steuerpflichti­gen in Erweiterung der Regelung in § 5 Abs. 1 ForstSchAus­glG lediglich das Wahlrecht, Ein­nah­men aus Kalamität­snutzun­gen mit dem begün­stigten Steuer­satz gemäß § 34b Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 EStG (nun­mehr § 34b Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 EStG) zu besteuern, auch wenn die Kalamität­snutzung erst in einem Wirtschaft­s­jahr gezo­gen wird, welch­es ein­er Ein­schlags­beschränkung nach­fol­gt.

Bun­des­fi­nanzhof, Urteil vom 3. Feb­ru­ar 2010 – IV R 27/07

Betriebsausgabenpauschsatz von Einnahmen aus Kalamitätsnutzungen